Regenbogenkindergarten Walheim St. Anna - Konzeption

Konzeption (Kurzfassung)

1. Träger

Der Regenbogenkindergarten St. Anna ist Teil der Pfarrgemeinde St. Anna Walheim und des Katholischen Kirchengemeindeverbandes (KGV) "An der Himmelsleiter". Zum Gemeindeverband gehören drei weitere Kindergärten: der Sonnenkindergarten St. Rochus in Oberforstbach, der Kindergarten Blumenwiese St. Hubertus in Roetgen und das Montessori Kinderhaus St. Kornelius in Kornelimünster. Alle Einrichtungen sind dem Caritasverband des Bistums Aachen angeschlossen.

2. Angebot

In unserem Kindergarten betreuen sieben Erzieherinnen 40 Kinder in zwei Gruppen. Im Jahr 2012 haben wir mit der U3-Betreuung begonnen. Es gibt die Nestgruppe mit 15 Kindern zwischen 2 und 3 Jahren und die Regelgruppe mit 25 Kindern im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung. Die Betreuungszeiten sind montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr.

3. Selbstverständnis

Der Regenbogen steht als Zeichen über uns. Er symbolisiert einen Ort der Begegnung und des Miteinanders in unserer Gemeinde und dem offenen Blick in die Welt. Durch den Besuch unseres Kindergartens können sich die Kinder und ihre Familien als Teil dieser größeren Gemeinschaft erfahren. Als katholische Einrichtung sind wir offen für Familien anderer Glaubenshaltungen und Nationalitäten und erwarten von ihnen die gleiche Offenheit gegenüber unserer katholischen Haltung.

4. Unser Bild vom Kind

Die Grundlage unseres Handelns ist das christliche Menschenbild. Jeder Mensch ist Teil der Schöpfung und von Gott gewollt. Wir respektieren die Würde des Menschen und dessen Einzigartigkeit. Im Zentrum unserer Arbeit steht das Kind als Person mit seiner unveräußerlichen und ihm von Gott geschenkten Würde und Freiheit. Kinder sind kleine Persönlichkeiten, deren Entwicklung wir, abgestimmt auf die individuellen Gegebenheiten und Bedürfnisse, fördern und auf unterschiedlichen Ebenen unterstützen. Wir sehen Kinder als junge Menschen, die in der Lage sind, ihren Alltag angeleitet und begleitet und dennoch eigenständig zu gestalten. Wir trauen Kindern etwas zu, nehmen sie ernst und begegnen ihnen mit Achtung, Respekt und Wertschätzung.

5. Pädagogisches Leitbild

Mit der unbedingten Annahme jedes Kindes mit seinen Stärken und Schwächen schaffen unsere Mitarbeiter/innen vertrauensvolle Beziehungen, die durch wertschätzende Kommunikation und Interaktion gekennzeichnet sind. Wir begleiten, fordern und fördern alle Kinder mit ihren je eigenen Schwächen und Stärken und sehen uns in der hohen Verantwortung, jedem Kind die besten Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Dies alles gelingt nur durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. Nur mit dem Blick auf das System Familie kann das Kind als ganze Persönlichkeit erkannt und verstanden werden.

6. Pädagogische Ziele

Unsere Pädagogik verfolgt insbesondere vier Ziele: Bildung fördern, Glauben leben, Natur erleben und Kreativität entfalten. Dabei arbeiten wir weitgehend nach dem situationsorientierten Ansatz von Armin Krenz, der pädagogisches Handeln daraufhin ausrichtet, den Kindern ein hohes Maß an Wertschätzung entgegenzubringen und aktuelle Situationen aus ihrem Leben zu berücksichtigen bzw. aufzugreifen.

6.1. Bildung fördern

Die Bildungsarbeit in unserem Kindergarten orientiert sich an den "Grundsätzen zur Bildungsförderung für Kinder von 0 - 10 Jahren", die von den Wohlfahrtsverbänden, den Kirchen, den kommunalen Spitzenverbänden sowie Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft erarbeitet wurden. Sie umfassen die Sach- und Methodenkompetenz, Selbstkompetenz und Sozialkompetenz, zum Beispiel in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Sprache und Kommunikation, soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung oder musisch-ästhetische Bildung.

6.2. Glauben leben

Die Kinder machen im geschützten Raum Kindergarten grundlegende Erfahrungen. Sie erleben, was Gemeinschaft im Vertrauen auf die Liebe Gottes und christliche Werte wie Toleranz, Hilfsbereitschaft und Verständnis ausmachen. Durch religionspädagogische Angebote wie dem Projekt "KinderGlauben" erfahren die Kinder die Anbindung an die Gemeinde. Gemeinsame Feste im Jahreskreis und Gottesdienste geben den Kindern und dem pädagogischen Personal einen Rahmen, der eine aktive Mitgestaltung möglich macht.

6.3. Natur erleben

Durch die Begegnung mit der Natur findet eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt statt. Regelmäßige Spaziergänge und tägliches Spiel und Bewegung auf unserem Außengelände regen die Fantasie und Kreativität der Kinder an und stärken die emotionale Entwicklung. Die Kinder erleben Natur im Wechsel der Jahreszeiten und lernen Zusammenhänge zu begreifen und zu verstehen.

6.4. Kreativität entfalten

Kinder haben grundlegendes Interesse an der Welt, sie sind neugierig und auf der Suche nach eigenen Ausdrucksformen. Eigene Gestaltung ist die Möglichkeit, die Welt zu verstehen und einen Platz in ihr zu finden. Den kreativen Umgang mit Materialien lernen die Kinder in unserem Atelier. Hier gibt es verschiedene Gestaltungsbereiche, die mit unterschiedlichsten künstlerischen Materialien ausgestattet sind und im Wechsel angeboten werden.

7. Dokumentation

Über die Entwicklung jedes einzelnen Kindes gibt es eine Bildungsdokumentation, das sogenannte Portfolio. Dies ist eine Mappe, in der die Werke der Kinder gesammelt werden. Sie begleiten das Kind kontinuierlich während der Kindergartenzeit und helfen, die Lernprozesse zu erkennen und die persönlichen Interessen und Fähigkeiten der Kinder aufzuzeigen. Die Mappen stehen den Kindern und Familien immer frei zu Verfügung. Zum Ende der Kindergartenzeit wird das Portfolio dem Kind ausgehändigt. Die Kinder aus der Nestgruppe nehmen ihr Portfolio mit. Es dient bei den Übergabegesprächen als Grundlage.

8. Gruppenkonzepte

8.1. Nestgruppe

In der Nestgruppe werden 15 Kinder im Alter von 2 - 3 Jahren von drei Erzieherinnen betreut. Die Gruppe hat direkten Zugang zu einem Differenzierungsraum, der in der Mittagszeit als Ruheraum dient. Die Kinder besuchen die Gruppe in der Regel ein Jahr und wechseln anschließend in die Regelgruppe. Der Schwerpunkt bei der Betreuung der U-3 Kinder liegt in der Pflege und dem Erlernen von elementaren Fertigkeiten und Fähigkeiten. Es wird viel Raum für Bewegung und Körperwahrnehmung gegeben. Die Eingewöhnungszeit ist auf jedes Kind individuell zugeschnitten und mit den Eltern abgestimmt. Auch der Übergang von der Nestgruppe in die Regelgruppe verläuft bei jedem Kind individuell. Dem Wechsel gehen Besuche in den Stuhlkreisen und gemeinsames Spielen voraus. Eine kleine Abschiedsfeier im Stuhlkreis der Nestgruppe rundet den Aufenthalt dort ab.

8.2. Regelgruppe

In der Regelgruppe werden 25 Kinder von drei Erzieherinnen betreut. Der Tag hat feste Abläufe und beginnt mit einer Freispielphase. Anschließend haben die Kinder die Möglichkeit, im Regenbogenbistro zu frühstücken. Parallel können sie gezielte Angebote zu einem frei gewählten Thema nutzen. Nach der Aufräumphase findet nach Bedarf ein gemeinsamer Stuhlkreis statt, in dem gespielt, gesungen, geredet, vorgelesen oder gefeiert wird. Danach geht es auf unser naturnahes Außengelände. Donnerstags turnt die Gruppe im Saal des Pfarrheims. Einmal im Monat geht es in den Wald oder auf das nahegelegene Freizeitgelände. Im Anschluss an das Mittagessen beschäftigen sich die Kinder in ihrer Gruppe frei oder es wird ein spezielles Projekt angeboten. Im Übergang vom Kindergarten in die Grundschule finden gemeinsame Projekte und gegenseitige Hospitationen statt. Die "Wildkatzen" − so nennen wir die Kinder, die im aktuellen Kindergartenjahr eingeschult werden – übernehmen mehr Verantwortung für sich und für andere. Dazu bieten wir Projekte zu verschiedene Schwerpunkten an, die auf die Anforderungen der GGS Walheim abgestimmt sind.

9. Mitwirkung

Wir legen besonderen Wert auf die aktive Beteiligung der Mitarbeiterinnen, der Eltern und der Kinder selbst. In den Kinderkonferenzen in den Gruppen haben die Kinder jeden Alters die Möglichkeit, sich durch Diskussionen und Gespräche aktiv am Gruppenalltag zu beteiligen. Im gruppenübergreifenden Kinderparlament werden z.B. hausinterne Regeln ausgehandelt, Neuanschaffungen sowie Projekte oder Feste besprochen. Die Mitarbeiterinnen haben regelmäßig Teamsitzungen, pädagogische Treffen sowie in jedem Halbjahr einen Tag zur Qualitäts- und Teamentwicklung. Für die Eltern bieten wir Elternabende und einmal im Jahr einen Elternsprechtag an. Zu Beginn des Kindergartenjahres werden alle Eltern zur Vollversammlung eingeladen, die die Elternvertreter für ein Jahr wählt. Unser Förderverein unterstützt uns finanziell mit den Erlösen von Flohmärkten und Adventsbasaren.

Für den Regenbogenkindergarten St. Anna, Pastor-Franzen-Str. 8, 52076 Aachen, im Oktober 2013: Susanne Barry, Bergith Haas (Kita-Leitung), Sandra Hild, Lissy Krott, Mechthild Lynen, Steffi Mertens, Marion Peters